08-07-2020

Tokens als Zahlungsmittel? Das können Sie damit tun

Schema Strong Customer Authentication (Csa)

Tokens als Zahlungsmittel? Das können Sie damit tun

Nicht zuletzt dank der Blockchain stehen Tokens wieder stark im Fokus. Sie sind eine praktische und sichere Methode, um personenbezogene Daten und Zahlungsdaten getrennt voneinander aufzubewahren. Doch was genau ist ein Token? Und was können Sie heute schon damit machen?

Mit einem Token können Sie sensible Informationen nutzen, ohne sie selbst versenden oder speichern zu müssen. Ein Token verweist auf sicher gespeicherte Daten. Auf dieser Grundlage kann der Inhaber des Tokens die vereinbarte Transaktion abschließen.

Ein Token ist ein Schlüssel. Wenn Sie nicht wissen, zu welchem Tresor er passt, nützt er Ihnen nichts. Sobald der Schlüssel im richtigen Schloss steckt, erhalten Sie Zugang zu einer sicheren Umgebung mit den Informationen, die Sie brauchen, etwa Zahlungs- oder Adressdaten.

Ein bekanntes Beispiel für den Einsatz von Tokens ist die OV-chipkaart. Sie geben einmalig Ihre persönlichen Daten an und erhalten dafür eine OV-chipkaart. Mit dieser Karte können Sie in den gesamten Niederlanden im öffentlichen Nahverkehr einchecken, ohne sich jedes Mal neu anmelden oder Ihre Bankdaten preisgeben zu müssen. Das funktioniert, weil sich in der Karte ein Token befindet, über den Identifizierung und Bezahlung beim Ein- und Auschecken automatisch ablaufen.

Weniger Risiko

Neu ist dieses Prinzip an sich nicht: Tokens gibt es schon länger. Doch wie bei QR-Codes erweist sich ein bestehendes Mittel als ideale Antwort auf eine neue Frage. Das hat viel mit der aktuell gestiegenen Aufmerksamkeit für Datenschutz und Sicherheit zu tun. Dank Tokenization lassen sich personenbezogene Daten und Zahlungsdaten getrennt voneinander speichern.

So muss der Verbraucher nicht bei jeder Anmeldung oder jedem Online-Kauf von Produkten oder Dienstleistungen erneut all seine Daten teilen. Und der Händler verfügt nur über die Informationen, die er zum Starten der Transaktion benötigt. Das ist nicht nur für den Verbraucher bequemer, sondern senkt auch das Risiko, dass Daten missbraucht oder gestohlen werden, weil sie nicht jedes Mal erneut übertragen werden müssen.

"Ein Token ist ein Schlüssel. Wenn Sie nicht wissen, zu welchem Tresor er passt, nützt er Ihnen nichts."

Frank Jongenotter, Senior Client Integration Manager bei Buckaroo

Blockchain

Während Tokens im Zahlungsverkehr immer häufiger Einzug halten, sind sie vor allem in der Blockchain stark auf dem Vormarsch. Das ist nachvollziehbar, denn sie lassen sich überall dort einsetzen, wo wertvolle Güter den Besitzer wechseln: von Immobilien, Aktien, Geld und Nutzungsrechten für bestimmte Dienstleistungen bis hin zu Gutscheinen.

Ein Beispiel dafür ist die NASDAQ. Die amerikanische Technologiebörse hat einige Aktien privater Unternehmen in Form von Tokens abgebildet, was laut NASDAQ viele Verwaltungskosten spart. Ein weiteres Beispiel ist die schwedische Zentralbank, die Riksbank. Sie prüft derzeit ernsthaft, schwedische Kronen in Form eindeutiger Tokens auszugeben*. Damit will sie herausfinden, ob und inwieweit diese Bargeld ersetzen können.

Kundenbindung

Nicht nur Währungen und Aktien eignen sich für Tokenization. Auch bei der Kundenbindung gibt es noch viel zu gewinnen. Treuepunkte lassen sich mit Tokens sehr gut digitalisieren. Dadurch wird es potenziell günstiger, schneller und einfacher, sie einzusetzen und zu nutzen, auch für kleinere Geschäfte.

So lassen sich alle möglichen Dinge leichter in Tokens umwandeln, darunter auch Treuepunkte für das Café um die Ecke. Heute geben viele Geschäfte noch eine eigene Kundenkarte aus. Sie könnten aber genauso gut einen Token ausgeben. Hat der Kunde dann zum Beispiel zehn Punkte gesammelt, kann er seinen Kaffee mit Tokens bezahlen, die Tokens einem Freund schenken oder sie in Euro umtauschen.

Mitziehen

Ist sicherer Zahlungsverkehr in Ihrem Unternehmen ein wichtiges Thema? Dann prüfen Sie, ob Tokenization auch für Ihr Unternehmen einen Mehrwert bietet. Sie hilft, sensible Daten zu schützen, und macht es Ihren Kunden gleichzeitig leichter, bei Ihnen zu bestellen. Außerdem lohnt es sich, die neuesten Entwicklungen, etwa bei Treueprogrammen, genau im Blick zu behalten.

Das Rad neu zu erfinden, ist jedenfalls nicht nötig. Schauen Sie, welche Dienste bereits verfügbar sind, und lassen Sie sich über die Einsatzmöglichkeiten für Ihr Unternehmen beraten.

Dieser Artikel ist Teil des Dossiers ‚Verbeter je cashflow‘ auf mt.nl.

* Quelle: A perspective on electronic alternatives to traditional currencies
Gabriele Camera, Economic Science Institute, Chapman University and WWZ, University of Basel